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Frührente – Rente wegen Erwerbsminderung – 50 Punkte

7
Feb

Frührente – Rente wegen Erwerbsminderung – 50 Punkte

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FrührenteDas Rentenalter wird immer weiter erhöht, viele Frührenten werden gleich völlig abgeschafft. In Zukunft gewinnt deshalb die Rente wegen Erwerbsminderung zunehmend an Bedeutung. Wer frühzeitig in Rente gehen möchte oder gar dazu gezwungen ist, dem kann schon bald keine Alternative mehr geboten werden. Allerdings gilt es bei dieser Rente einige Punkte zu beachten.

Unter welchen Voraussetzungen erhält jemand die Rente wegen Erwerbsminderung?

1. Die Rente wegen Erwerbsminderung löste im Jahr 2001 die Erwerbsunfähigkeitsrente ab. Sie kann entweder in Teilbeträgen oder als volle Rente ausgezahlt werden. Wichtig ist dabei einzig der Gesundheitszustand des Antragstellers. Ist das Leistungsvermögen signifikant eingeschränkt, wird die Rente in der Regel bewilligt.

2. Ein Antragsteller darf noch nicht die Regelaltersgrenze von derzeit 65 Jahren erreicht haben. In die andere Richtung besteht allerdings noch keine Altersgrenze. Sogar vor dem 50. Lebensjahr kann die Rente wegen Erwerbsminderung beantragt werden, wenn die Leistungsfähigkeit empfindlich eingeschräkt ist.

3. Menschen, die an einer Krankheit oder anderen Gebrechen leiden, können so stückweise in eine reguläre Altersrente übergehen. Damit ist die Rente wegen Erwerbsminderung die letzte echte Frührente.

4. Die Rente wird zunächst befristet für maximal drei Jahre bewilligt. Im Anschluss kann noch zweimal eine Verlängerung beantragt werden. Nach neun Jahren gilt eine Erwerbsminderung als dauerhaft, die Rente wird dann unbefristet ausgezahlt.

5. Bei schlechtem Gesundheitszustand können Arbeitslose und Arbeitnehmer schon mit Erreichen des 54. Lebensjahrs in den Ruhestand gelangen, denn ab 63 Jahren wird die Rente wegen Erwerbsminderung ohne Abschläge gezahlt.

6. Die Altersgrenze für den Beginn der abschlagsfreien Rente wird ab dem Jahr 2012 allerdings abhängig zur regulären Rente ebenfalls angehoben.

7. Es ist weiterhin möglich, früher in den Ruhetand zu gelangen als bei anderen Rentenmodellen, es ist aber auch mit Abschlägen zu rechnen.

8. Damit die volle Rente wegen Erwerbsminderung gezahlt wird ist es Voraussetzung, dass die Erwerbsfähigkeit täglich unter drei Stunden liegt. Beträgt die Leistungsfähigkeit zwischen drei und sechs Stunden, so wird die halbe Erwerbsminderungs-Rente gezahlt. Die Erwerbsfähigkeit wird dabei jedoch nicht am bisher ausgeführten Beruf gemessen. Sie bezieht sich auf Tätigkeiten aller Art. Erst wenn keinerlei Tätigkeit mehr über einen längeren Zeitraum ausgeführt werden kann, wird die Rente bewilligt.

9. Wer plant, frühzeitig in Rente zu gehen, sollte genau prüfen, ob die Rente wegen Erwerbsminderung für ihn in Frage kommt. Denn die Beträge in jener Rente fallen im Vergleich zu anderen Modellen sehr hoch aus. Maßgebend für die Berechnung sind nur der erzielte Durchschnittsverdienst und die bisher gezahlten Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung.

10. Ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente entsteht nur, wenn der Antragsteller wenigstens fünf Jahre lang Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat. In den letzten fünf Jahren vor der Einschränkung der Leistungsfähigkeit muss ferner über drei Jahre die Zahlung von Beiträgen zur Rentenkasse geschehen sein.

11. Wird ein Arbeitnehmer durch einen Arbeistunfall oder eine Berufskrankheit erwerbsunfähig, so entsteht für ihn keinerlei Wartezeit.

12. In einem solchen Fall reicht auch schon die Zahlung eines einzigen Beitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung. Zum Zeitpunkt des Unfalls muss jedoch ein Versicherungsverhältnis bestehen.

13. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, so muss in den zwei Jahren vor dem Unfall oder der Krankheit mindestens ein Jahr lang der Pflichtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt worden sein.

14. Darüber hinaus besteht eine Ausnahmeregelung für ältere Menschen. Ist jemand vor dem 2.1.1961 geboren, so kann eine teilweise Rente wegen Erwerbsminderung gewährt werde. Voraussetzung dafür ist, dass der Antragsteller weder seinen bisherigen, noch einen anderen Beruf mindestens 6 Stunden am Tag ausführen kann.

15. Wird die Rente nur teilweise ausgezahlt, so kann der Empfänger sein Einkommen durch eine Stelle in Teilzeit bis zum Erreichen der regulären Rente aufbessern.

16. Die Arbeit in Teilzeit darf jedoch täglich nicht sechs Stunden überschreiten.

17. Ferner existiert für die Rente wegen Erwerbsminderung eine Hinzuverdienstgrenze. Wird diese überschritten, können die Rentenzahlung verringert werden, im Extremfall kann die Rentenversicherung die Zahlung sogar einstellen.

18. Pro Monat darf ein Empfänger der Rente wegen Erwerbsminderung lediglich 350 € verdienen, ohne den Leistungsbezug zu gefährden.

19. Wird bereits eine Unfallrente bezogen, so wird eine Erwerbsminderungsrente nur gewährt, wenn beide Renten kombiniert eine bestimmte Höchstgrenze nicht überschreiten.

20. Ereignet sich jedoch nach Eintritt der Erwerbsminderung ein Unfall, durch den ein Anspruch auf einen Leistungsbezug durch die Unfallversicherung entsteht, so kann in diesem Fall die Erwerbsminderungsgrenze trotzdem in voller Höhe gezahlt werden.

21. Die meisten Langzeitarbeitslosen erfüllen die Voraussetzungen für eine Altersrente nach Arbeitslosigkeit nicht. .

22. Arbeitslose könne jedoch ebenfalls die Rente wegen Erwerbsminderung beantragen. Jedoch müssen sie gesundheitlich derart stark eingeschränkt sein, dass sie auf dem freien Arbeitsmarkt nachweislich keine Anstellung mehr finden können.

23. Die Prozedur verläuft in einem solchen Fall genau wie bei einem Arbeitnehmer. Der Antrag muss zusammen mit den nötigen ärztlichen Attesten zur Rentenkasse geschickt werden. Dort wird anhand der Leistungsfähigkeit darüber entschieden, ob eine Erwerbsminderungsrente ausgezahlt wird oder nicht.

24. Der Antrag sollte jedoch in jedem Fall so schnell wie möglich gestellt werden. Denn in den letzten fünf Jahren vor Eintritt in die Rente wegen Erwerbsminderung müssen mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt worden sein. Wer arbeitslos ist und zu lange wartet läuft Gefahr, diese Kondition nicht länger zu erfüllen.

25. Wird einem Arbeitslosen eine Erwerbsfähigkeit von drei bis sechs Stunden nachgewiesen, so kann trotzdem die Auszahlung der kompletten Rente beantragt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Antragsteller keine realistische Chance auf einen Teilzeitarbeitsplatz hat.

26. Prinzipiell haben Arbeitslose auch Anspruch auf Rehabilitation. Deshalb wird durch die Rentenkasse besonders bei jüngeren Antragstellern genau geprüft, ob die Erwerbsminderung durch spezielle Maßnahmen behoben werden kann.

27. Da Personen über 60 Jahren auf dem Arbeitsmarkt kaum noch einen Beruf finden können, haben sie beste Chancen auf die volle Rente wegen Erwerbsminderung, wenn sie gesundheitlich stark eingeschränkt sind. Selbst wenn ärztlich eine Leistungsfähigkeit von täglich über drei Stunden nachgewiesen wird, wird hier in der Regel der volle Betrag ausgezahlt.

28. Die Erwerbsminderungsrente ist die einzige Rente, die zu einem späteren Zeitpunkt in eine andere Altersrente umgewandelt werden kann.

29. Ergibt sich bei der Berechnung der Altersrente ein geringerer Betrag als der durch die Erwerbsminderungsrente erzielte, so wird die höhere Rente weitergezahlt.

30. Die Rente wegen Erwerbsminderung wird nur auf Antrag ausgezahlt. Ein solcher Antrag an die Rentenkasse kann gleichermaßen von Arbeitslosen und Arbeitnehmern gestellt werden.

31. Dem Antrag ist neben sämtlichen Unterlagen vom Hausarzt auch der berufliche Werdegang beizulegen. Darüber hinaus sollten auch Informationen über die zuletzt ausgeführte Tätigkeit erteilt werden.

32. Um die geringe Erwerbsfähigkeit zu verdeutlichen, sind Gutachten von großer Bedeutung. Der zuständige Arzt sollte deshalb im Attest darauf hinweisen, dass sein Patient aufgrund seiner Leiden bestimmte Tätigkeiten nur noch kurze Zeit oder gar nicht mehr durchführen kann.

33. Auch Unterlagen über frühere Krankheiten sind von Bedeutung. Meist wird die Rente wegen Erwerbsminderung aufgrund einer Kombination unterschiedlicher Gebrechen gewährt.

34. Die Verminderung der Leistungsfähigkeit wird nach Aktenlage geprüft. Deshalb ist es wichtig, dass alle Unterlagen zusammen logisch nachvollziehbar sind.

35. Reichen die vorgelegten Unterlagen der Rentenkasse nicht aus, um eine Entscheidung zu fällen, so wird sie selbst Ärzte beauftragen, um ein abschließendes Gutachten zu erstellen.

36. Nur etwa 50 % aller Anträge werden sofort bewilligt. Innerhalb eines Monats ist es jedoch möglich, Widerspruch einzulegen. Im Zweifel sollten Antragsteller von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

37. Der Widerspruch muss zwingend begründet werden. Dies kann beispielsweise durch zusätzliche Gutachten und eine persönliche Stellungnahme geschehen. Es ist nicht nötig, einen Anwalt einzuschalten, da der Widerspruch mit keinerlei Kosten verbunden ist.

38. Die Rentenversicherung beauftragt nach einem Widerspruch in der Regel erneut Ärzte, um den Antragsteller erneut zu untersuchen.

39. Weigert sich die gesetzliche Rentenversicherung weiterhin, die Rente auszuzahlen, so kann beim Sozialgericht dagegen vorgegangen werden. Dabei ist ebenfalls eine Frist von einem Monat zu wahren.

40. Eine solche Klage ist ebenfalls kostenlos. Hierbei ist es aber ratsam, trotzdem einen Anwalt zurate zu ziehen. Wird die Klage gewonnen, so übernimmt die gesetzliche Rentenversicherung im Anschluss die Kosten für den Anwalt.

41. Bei verlorener Klage in erster Instanz kann innerhalb eines Monats Berufung eingelegt werden. Daraufhin ist das Landessozialgericht für den Fall verantwortlich. Obschon immer noch keine Gerichtskosten entstehen, ist ein Rechtsbeistand jetzt unbedingt zu empfehlen.

42. Weist auch das Landessozialgericht die Klage zurück, so kann nur noch die letzte Instanz bemüht werden, das Bundessozialgericht.

43. Die dafür nötige Revision kann nur von einem Rechtsanwalt eingelegt werden. Die Klage an sich ist aber weiterhin ohne Kosten verbunden.

44. In einem Grundsatzurteil entschied das Bundessozialgericht, dass Rentenabschläge auf die Rente wegen Erwerbsminderung grundrechtswidrig sind, sofern die Rente vor dem 60. Lebensjahr gewährt wurde.

45. Durch dieses Urteil ist es Beziehern der Rente wegen Erwerbsminderung möglich, eine höhere Rente zu erhalten, so sie zum Zeitpunkt der Bewilligung das 60. Lebensjahr noch nicht überschritten hatten.

46. Die Rentenkasse kündigte jedoch im November 2006 an, das Urteil nicht umzusetzen. Stattdessen sollen weitere Klagen geführt werden. Bis heute rückt die gesetzliche Rentenversicherung von diesem Entschluss nicht ab.

47. Ferner wurden auch die Regeln zur Nachzahlung durch die Bundesregierung eingeschränkt.

48. Trotzdem ist ein Widerspruch sinnvoll, in dem eine Neuberechnung der Rente wegen Erwerbsminderung verlangt wird. Nach Erhalt des Rentenbescheids ist ein solcher Widerspruch innerhalb eines Monats möglich.

49. Ist diese Frist bereits abgelaufen, kann beim Versicherungsträger ein Überprüfungsantrag mit Hinweis auf das Urteil des Bundessozialgerichtes eingereicht werden.

50. Wer bereits über 60 Jahre alt ist, die Rente wegen Erwerbsminderung aber schon vor dem 60. Lebensjahr bewilligt bekam, sollte ebenfalls einen Antrag auf Neuberechnung der Rentenbeträge stellen.

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